Folli Follie: Schnäppchen mit KGV unter 6

Wachstumsstory intakt bei Folli Follie

Bereits mehrfach berichtete ich über Folli Follie, ein griechisches Unternehmen, dass sich mit dem Design, der Produktion und dem Vertrieb von Mode und Schmuck beschäftigt. Gerade hat das Unternehmen die Zahlen für 2016 veröffentlicht und die fielen wie nahezu immer in den letzten Jahren sehr überzeugend aus. Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Aktienkurs leidet unter der griechischen Herkunft und ist daher ein Superschnäppchen. Die Geschäfte werden allerdings heute zum großen Teil nicht mehr in Griechenland gemacht – lediglich 22,3% des Umsatzes entfallen noch auf Griechenland. Dennoch ist der Kurs von der griechischen Tragödie beeinflusst.

Kurzüberblick über das Geschäftsjahr 2016

Geschäftsbereiche und Segmente

Das Unternehmen ist in folgenden Bereichen tätig:

Schmuck, Uhren und Accessoires

Dieses Segment besteht aus dem Design, der Herstellung, Verarbeitung und dem Marketing von Schmuck, Uhren und anderen modischen Accessoires wie Handtaschen, Lederwaren, Gürteln, Schals und Sonnenbrillen.

Kaufhäuser

Die Gruppe betreibt fünf Kaufhäuser unter dem Namen „Attica“. Die Kaufhäuser befinden sich in Athen (3) sowie in Thessaloniki (2).

Einzelhandel

Schuhe, Bekleidungs-Accessoires und Parfums.

Großhandel

Großhandel mit Schuhen, Accessoires und Parfums.

Der Umsatz des Unternehmens verteilt sich aktuell wie folgt:

Es ist offensichtlich, dass der Umsatz hauptsächlich im Bereich Schmuck, Uhren und Accessoires generiert wird und dort auch das stärkste Wachstum herkommt.

Der Umsatz verteilt sich lt. dem Geschäftsbericht 2016 folgendermaßen auf die Regionen:

Kennzahlen (Kaufargumente)

Meine Standardprüfungen ergeben folgende aktuelle Kennzahlen zum Unternehmen:

Eigenkapitalquote: 54,9% (VJ: 58,1%)

Eigenkapitalrendite: 12,04% (VJ: 11,62%)

Gewinnmarge: 16,97% (VJ: 15,64%)

Damit ist das Unternehmen ausgezeichnet mit Eigenkapital ausgestattet. Die EK-Rendite liegt mit 12,04% auf einem sehr guten Niveau, wenn man auch noch die hohe EK-Quote betrachtet. Die Gewinnmarge von knapp 17% ist ein großartiger Wert, den nicht viele Unternehmen erreichen. Gerade im Handel, der ja einen Teil des Geschäftsmodells von Folli Follie ausmacht, sind die Margen i.d.R. sehr klein.

Wenn wir nun noch das Ergebnis/Aktie von 3,35 mit dem aktuellen Kurs von ca. 18,80 Euro in Beziehung setzen, ergibt sich ein KGV von unter 6! Für mich ein klarer Kauf.

Nicht verheimlichen möchte ich aber, dass es einige Punkte zu bedenken gibt:

  1. Die Aktie wird mit hohem Abschlag gehandelt, der das politische und wirtschaftliche Risiko rund um Griechenland wider spiegelt.
  2. Das Unternehmen ist immer noch fest in der Hand der Gründerfamilie. Entsprechend werden in der Familie auch die Entscheidungen getroffen.
  3. Um die Transparenz ist es leider nicht zum Besten bestellt. Während man dem Jahresbericht einiges an Informationen entnehmen kann, so fällt doch die Investor Relations Arbeit ansonsten sehr spärlich aus.

Aber schlussendlich sind im Aktienkurs alle möglichen Abschläge eingepreist. Ein KGV von ca. 5,6 bietet aus meiner Sicht mehr als genug margin of safety.

Wachstum und Ausblick

Laut eigenen Angaben möchte Folli Follie ein globaler aufstrebender Luxus Player werden, mit einem Angebot, dass sich von Schmuck über Uhren und Accessoires bis hin zu einem vollständigen Modeanbieter erstreckt.

Die Gruppe hat derzeit weltweit ca. 5.000 Mitarbeiter.

Vor kurzem hat das Unternehmen einen Concept-Store in Manhattan im World Trade Center eröffnet. Auch das Asien-Geschäft wächst seit vielen Jahren und wird immer wichtiger für die Gruppe. Insofern kann Folli Follie mehr und mehr als internationaler Konzern und weniger als griechisches Unternehmen angesehen werden. Leider veröffentlicht das Unternehmen keinen Ausblick.

Aufgrund der dargestellten Fakten, bin ich überzeugt davon, dass der Kurs früher oder später die vielen positiven Fakten widerspiegeln wird. Dementsprechend bin ich auch mit meinem Wikifolio ESCON Value & Special Situations in der Aktie investiert.

 

fschmolz

Frank Schmolz ist seit über 20 Jahren an den Aktienmärkten aktiv und setzt hier oft auf Nebenwerte - und das global. Russische, israelische, griechische sowie amerikanische Aktien gehören dazu genauso wie deutsche Nebenwerte.

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